Angelo Schmitt

von

Josef Grillmeier

Surfen, Sylt und Sustainability

Geboren und aufgewachsen auf Sylt, verbringt Angelo sein Leben im Einklang mit der Natur – besser gesagt auf Deutschlands schönster Insel Sylt – umgeben vom Wellenspiel der Nordsee. Ihn verbindet Vieles mit der Insel, seine Frau ist auf der Insel geboren wie auch seine beiden Kinder.

Wie alles begann: Den Ozean im Blick

Das Skateboard fahren interessierte Angelo seit Kindheitstagen und lies ihn nicht mehr los – und da es keine wirklich guten Skateboard-Halfpipes auf Sylt gab, verbrachte er einfach ein Austauschjahr in San Diego in Kalifornien. „Der Lebensstil dort ist einfach faszinierend und die Verbindung vom Skateboard zum Surfbrett ist fließend. Man verbringt seinen Tag auf verschiedenen Halfpipes und auf den breiten Promenaden am Strand – dabei immer den Ozean fest im Blick“, so Angelo. Der Sprung auf das Surfbrett war logisch. Er lernte es spielerisch, denn wer das Skateboard beherrscht, dem ist das Surfbrett ganz nah. Das war 1990 – ein Jahr, das sein Leben verändert hat.

Auf der Suche nach der perfekten Welle

Das Surfen wird sein Lebensinhalt – im Speziellen das Longboarden fesselte ihn so sehr, dass er nach seiner Rückkehr auf Sylt seine kalifornischen Longboards mit im Gepäck hatte – das war 1991. Schnell merkte er, dass die Wellen auf Sylt nicht im Ansatz vergleichbar mit denen in Kalifornien sind und so lag es nahe, sich auf eine Weltreise zu begeben – stets auf der Suche nach der perfekten Welle.

Surfen, Freiheit und die Welt

Von Samoa, über Kapstadt, nach Panama – es ging nur ums Surfen und die Lust sich voll und ganz diesem Sport zu widmen – für ihn Freiheit pur. Aus diesem Lebensgefühl heraus gründete er dann Mitte der 90er die Marke „Norden“ und entwickelte eigene Surfboards. Darüber hinaus gründete er das Surf- und Reisemagazin „Blue“. Überhaupt waren die 2000er Jahre für ihn sehr ereignisreich und er beschreibt diese Zeit wie folgt. „Neben Jobs bei MTV traf ich dann auf Martin Imdahl, den Gründer von Matador und Windsurfing Chiemsee. Zu der Zeit unterstützte RedBull meinen Lifestyle, aber es wurde einfach alles zu „wettkampfartig“ entgegen dem Gefühl des relaxten Longboardfahrens. Die Lässigkeit muss man sich bewahren und wissen, wann man aussteigt, um sich nicht selbst zu verlieren und zu verbiegen.“

Von der Liebe zur Familie, zum Meer und der sozialen Verantwortung

Hinzu kam auch die Liebe zu seiner Familie und den beiden Kindern. Dies veranlasste ihn zu Gründung der ersten Surfschule auf Sylt. So konnte er Familie und Beruf perfekt miteinander verbinden. Dieses große Glück ermutigte ihn auch sich sozial zu engagieren. So unterstützt er das Projekt „Meer Leben Surf“ – das an Krebs erkrankten Kindern Rehabilitationsmaßnahmen in Form einer Surf-Therapie anbietet. Dieses Engagement öffnete ihm die Augen und zeigt ihm das man Sorge für seine Mitmenschen und den Planeten tragen und dankbar für sein Leben sein und mit offenen Augen durch die Welt gehen muss.

Beach Art: Wenn aus Müll Kunst wird

Angelos Sohn Tay interessierte sich mit dem Auge eines Kindes für diverse Fundstücke, die an den Strand gespült werden. Dies weckte in ihm eine echte Sammelleidenschaft, die ihn zu einem der spannendsten Beach-Art-Künstler Europas werden ließ. Plastikdeckel, Taue, Bojen, Plastikflaschen – alles findet Verwendung in den mächtigen Installationen und Setzkästen, die bereits rund um die Welt ausgestellt wurden und auch mahnende Beispiele für einen respektvollen Umgang mit der Natur darstellen.

Ein Leben wie eine Welle

Das Leben von Angelo Schmitt ist und bleibt lebendig, bunt und fließend – ein Zustand, den er bis heute genießt und für den er dankbar ist. So steht er mittlerweile seit elf Jahren dem von ihm gegründetem „Surfclub Sylt“ vor. Norden produziert nach wie vor einzigartige Surfboards. Sein Magazin BLUE entführt einmal im Jahr den Leser in die schönsten Surf- und Reisedestination der Welt. Es bleibt also spannend…